Pädagogisches Konzept

Die Eltern-Kind-Initiative e.V. ist ein selbst organisierter Kindergarten. Er bietet eine ganztägige Betreuung für 12 bis 14 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren an. Die Kinder werden von zwei Erzieherinnen und einer Praktikantin betreut.

Unser Kindergarten ist eine familienergänzende Einrichtung. Den Kindern sollen die ersten Schritte zur Ablösung, Gruppenerfahrung und Selbständigkeit ermöglicht werden. Zudem soll den Eltern die Berufstätigkeit bzw. der Wiedereinstieg in den Beruf möglich gemacht werden.

Die kleine Gruppe von 12 bis 14 Kindern erlaubt eine familiäre Atmosphäre und gibt dem Team die Möglichkeit, den Entwicklungsstand und die persönlichen Bedürfnisse der Kinder deutlich zu erkennen und darauf einzugehen. Das ist eine gute Voraussetzung für eine individuelle Betreuung und Förderung der einzelnen Kinder.

Wichtig ist uns ein offenes wertschätzendes Klima sowie ein demokratischer Umgangs- und Erziehungsstil.

Die bestehenden Gruppenregeln dienen den Kindern als Orientierung und organisieren das Zusammenleben in der Gruppe. Die Gruppenregeln werden im Rahmen der Partizipation von den Erzieher*innen und den Kindern, gerade auch unter Einbezug der neuen Kinder, im neuen Kindergartenjahr gemeinsam besprochen. Vorschläge und Bedürfnisse der Kinder fließen in die Gestaltung der Regeln mit ein. Um den Kindern einen sicheren Halt und eine klare Orientierung zu geben, achten wir auf die konstante Einhaltung dieser Regeln. Im Freispiel haben die Kinder die Möglichkeit ihre eigenen Regeln aufzustellen. Untereinander sind sie täglich gefordert, Dinge neu auszuhandeln.

 

1. Die Gruppenstruktur

Unsere Kindergruppe hat derzeit 14 Mitglieder im Alter von 2 – 6 Jahren. Bei der Gruppenzusammensetzung wird darauf geachtet, dass die Alters- und Geschlechtermischung ausgewogen ist. Dadurch entsteht in der kleinen, überschaubaren Gruppe eine familienähnliche Situation, die den Kindern ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Durch das Leben in der Gruppe mit Kindern verschiedener Altersstufen lernen sie Respekt und Toleranz. Die Kinder erleben sich in verschiedenen Rollen und erwerben dadurch ein erweitertes Spektrum an sozialen Kompetenzen. Die Orientierung ist an Jüngeren und Älteren möglich wodurch die Kinder sich auch ihre eigenen Entwicklungsschwerpunkte setzen. Die Kinder schauen sich Dinge von den Älteren ab und geben ihr Wissen an die Jüngeren weiter.

Die Kinder lernen Mitverantwortung zu tragen, indem sie bestimmte Aufgaben für ein jüngeres Kind übernehmen.

 

2. Unsere Erziehungsziele

Wir wollen den Kindern die Möglichkeit geben, ihr Kindsein voll zu entfalten und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Dafür ist es uns wichtig, ein breites Spektrum zu schaffen, in dem die Kinder ihre Basiskompetenzen entfalten und üben können. Unser Ziel ist eine zeitgemäße Erziehung und Bildung bis zum Schuleintritt. Durch gezielte Angebote wollen wir bei den Kindern ein vielseitiges Interesse an Themen- und Lebensbereichen wecken sowie die vorhandenen Kompetenzen fördern und weiter entwickeln. Wir sind uns bewusst, dass wir die Kinder in einem sehr sensiblen Lebensabschnitt begleiten und achten deshalb bewusst auf ein ausgewogenes Maß zwischen Führen und Gewähren – zwischen Anleitung geben und selbst erproben lassen.

 

3. Projekte

Unsere Lernangebote sind spielerisch und haben einen ganzheitlichen Ansatz. Sie werden den Kindern in Form von Projekten vermittelt. Im Rahmen der Jahresplanung entscheidet das Team das Thema. Bei der Ausarbeitung werden die Situation der Gruppe und die Interessen der Kinder berücksichtigt. Wichtig ist uns nicht der Erwerb von Wissen, sondern die Entwicklung von nachhaltigem Interesse an den angebotenen Themen. Deshalb legen wir großen Wert auf vielseitige Angebote, die an die vorhandenen Kompetenzen der Kinder anknüpfen und diese spielerisch fördern. Neugier, Lust und Freude am eigenen schöpferischen Tun sollen geweckt werden.

 

3.1. Soziale Kompetenz

Im täglichen Umgang miteinander und mit dem Erzieher*innen-Team lernen die Kinder

  • Gefühle auszudrücken
  • Beziehungen einzugehen
  • Freiräume zu erfahren
  • Grenzen zu akzeptieren
  • Respekt, Vertrauen und Akzeptanz zu entwickeln
  • mit Konflikten und Aggressionen konstruktiv umzugehen
  • selbständiges Handeln
  • Offenheit für andere Kulturkreise

Zur Stärkung der „Ich-Kompetenz“ sind positive Erlebnisse und vielseitige Erfahrungen in der Gruppe wichtig. Jedes Kind hat auch die Möglichkeit bei Spielen, Festen und verschiedenen Anlässen im Mittelpunkt zu stehen, Wünsche zu äußern und den Ablauf (mit) zu bestimmen. Im sogenannten Portfolio, das wir für jedes Kind anlegen, können die Kinder bestimmte Ereignisse, Lernerfahrungen und Erlebnisse in der Gruppe dokumentieren. Sie sammeln Erfahrungen über das, was sie schon alles können.

 

3. 2. Sprachkompetenz

Das Berichten von besonderen Erlebnissen und Geschichten, die gemeinsam mit den Erzieher*innen im Portfolio dokumentiert werden, motivieren die Kinder zum freien Erzählen ohne Scheu, einer vertrauten Person gegenüber. Weiter fördern wir die Freude der Kinder an der Kommunikation, das Bedürfnis und die Fähigkeit, die eigenen Gefühle, Erlebnisse und Gedanken sprachlich mitzuteilen. Das geschieht auch im Rahmen unserer „Kinderkonferenz“ und während der Gesprächsrunden zu bestimmten Themen unserer Projekte. Wir wollen den Kindern vielfältige Erfahrungen rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur geben. Durch Laut- und Sprechspiele, Reime und Silbenspiele wecken wir die kreative Lust an der Sprache und ein Bewusstsein für den Sprechrhythmus. Wir arbeiten unter anderem mit einem Kamishibai, einem japanischen Erzähltheater, bei dem Bilder in einem kleinen Rahmen gezeigt und lebendig vorgelesen werden. Durch Rollenspielangebote während der Freispielzeit und durch die bewusste Förderung der eigenständigen Lösung von Konfliktsituationen der Kinder untereinander fördern wir den Dialog zwischen den Kindern. Wir üben und unterstützen das aktive Zuhören bei den Kindern, indem auch wir Erzieher*innen den Kindern stets zuhören und auf sie eingehen, wenn sie uns erzählen. Zudem besuchen wir regelmäßig die nahegelegene Stadtbibliothek, um die Freude am Lesen zu fördern, neue Geschichten zu entdecken und den Kindern den Zugang zu Büchern zu ermöglichen.

Zuhören und Beobachten ist für uns eine wichtige Voraussetzung für die pädagogische Arbeit.

 

3.3. Musikalische Kompetenzen

Ziel der Musikalischen Früherziehung ist es, die Gesamtentwicklung der Kinder günstig zu beeinflussen und nachhaltig zu fördern. Durch intensive Sinnesschulung (Hören, Sehen, Fühlen) und im spielerischen Umgang mit Geräuschen, Klängen und Tönen werden Grunderfahrungen gemacht und musikalische Fähigkeiten entwickelt und unterstützt. Der Einsatz von Kassetten, CDs und Tonies während der Freispielzeit, der Mittagsruhe und des Malens wirken auf die Kinder entspannend und Fantasie anregend. Unser Angebot ist interkulturell.

Um die musikalischen Fähigkeiten speziell zu fördern, kommt einmal pro Woche ein*e Musiklehrer*in in den Kindergarten, etwa einmal im Monat kommt ein*e zweit*e Musiklehrer*in, die das Konzept um musikalische Bewegungsspiele ergänzt. In den Musikstunden lernen die Kinder neue Lieder und verschiedene Instrumente kennen. Sie erhalten auf spielerische Weise einen kleinen Einblick in die Notenlehre. Die Lieder und Töne werden auch in Bewegung umgesetzt.

 

3.4. Grob- und feinmotorische Kompetenz

Die Kinder erhalten genügend Gelegenheit, um ihre grob- und feinmotorischen Kompetenzen zu üben.
Sie können ihren Bewegungsdrang ausleben

  • im Freien auf dem Spielplatz oder im Garten
  • bei den wöchentlichen Turnstunden – mit Übungen aus dem Kinderyoga und der Rhythmik
  • bei Bewegungsgeschichten, Tanzen und Spielen im Gruppenraum
  • bei unseren Waldkindergartenwochen 2 mal im Jahr (im Herbst und im Sommer)
  • bei unserem 3-tägigen Ausflug auf einen Bauernhof mit den größeren Kindern
  • bei unseren wöchentlichen Ausflügen in die Natur oder in die umliegenden Museen – wobei die Kinder auch Umwelt und Kultur bewusst und mit allen Sinnen wahrnehmen können. Wichtig sind uns auch Führungen mit geschultem Personal vom MPZ

Während der Freispielzeit wird auf ein vielseitiges Angebot an Spiel- und Bastelmaterialien geachtet, das den Kindern die Möglichkeit gibt, Techniken zu erlernen und ihre feinmotorischen Fähigkeiten eigenständig zu erproben. Wie in den bereits genannten Förderbereichen haben die Kinder auch bei angeleiteten Bastelangeboten genügend Freiraum, ihrer eigenen Fantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen.

 

3.5. Selbstwahrnehmung und motivationale Kompetenz

Selbstwahrnehmung und motivationale Kompetenz kommen in allen unseren Bildungs- und Erziehungsbereichen zum Tragen, insbesondere bei Angeboten im naturwissenschaftlichen Bereich. Naturwissenschaftliche Versuche wecken das Interesse der Kinder in besonderem Maße. Sie haben die Möglichkeit, mit ungefährlichen Mitteln zu forschen, zu beobachten und sich einen spielerischen Zugang zu naturwissenschaftlichen Alltagsphänomenen zu verschaffen. Anregungen und Ideen holen wir uns unter anderem aus dem „Kinder und Jugendmuseum“. Daraus wächst bei den Kindern auch Verständnis und Verantwortung für Natur und Umwelt. Informationen sind wichtig um Verantwortung und eigenverantwortliches Handeln zu lernen.

Auch regelmäßige Koch- und Backtage gehören zu unserer Planung. Die Kinder entscheiden selbst, was sie kochen wollen und organisieren gemeinsam mit Hilfestellung der Erzieher*innen alles Notwendige selbst – auch das Einkaufen.

 

3.6. Eine typische Woche

Unsere Woche ist abwechslungsreich gestaltet, damit die Kinder spielerisch lernen, sich bewegen und gemeinsam die Welt entdecken können. Ein typische Woche sieht bei uns so aus:

Montag: Fahrzeugtag & Spielzeugtag – Die Kinder dürfen Fahrzeuge (Roller, Fahrrad…) mitbringen und in einem nahegelegenen Spielplatz damit fahren. Außerdem dürfen die Kindern an diesem Tag ein Spielzeug ihrer Wahl mitbringen.
Dienstag: Turnen – Wir gehen in einen nahegelegenen Bewegungsraum zum Tanzen oder Turnen.
Mittwoch: Ausflugstag – Wir gehen auf Entdeckungsreise in die Natur oder erkunden spannende Orte in der Umgebung.
Donnerstag: Vorschule – Die Großen bereiten sich spielerisch auf die Schule vor, mit ersten Schreib-, Lese- und Rechenübungen.
Freitag: Musikunterricht – Gemeinsam singen, tanzen, musizieren und Rhythmen entdecken macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch Sprache und Gehör.

 

4. Übergänge

4.1. Eingewöhnung

Die Eingewöhnung der neuen Kinder in unserer Einrichtung wird individuell und im Dialog mit den Eltern gehandhabt. Für die erste Zeit in der Gruppe wird ein relativ ruhiger Zeitraum gewählt. Die Kinder können sich nach eigenem Wunsch im Raum bewegen und jederzeit zur Mutter oder zum Vater zurückkehren. Auf diese Weise können die Erzieher*innen die Gewohnheiten und Vorlieben des Kindes kennen lernen. Die Erzieher*innen bieten dem Kind Kontakte an, wobei das Kind entscheidet, wie viel Nähe bzw. Distanz es möchte. Für den Zeitraum der Anwesenheit der Mutter oder des Vaters in der Gruppe gibt es keine feste Regel. Da die Kinder schon vor dem Eintritt in die EKI immer wieder mit der Mutter bzw. dem Vater zum Schnuppern kommen und sich dadurch schon eine gewisse Vertrautheit entwickelt, sollte der Abschied schon in den ersten Tagen geübt werden, um den Kindern zu zeigen, dass die EKI ein Ort ist, wo es mit seinen Freunden und den Erzieher*innen zusammen ist.

 

4.2. Übergang Grundschule

Durch unsere Angebote und Maßnahmen fördern wir die Selbständigkeit in vielen Bereichen und bereiten die Kinder langfristig auf den Übergang in die Grundschule vor.

Um die Vorfreude im letzten Jahr vor dem Schuleintritt besonders zu wecken und den Kindern bewusst zu machen, das bald ein neuer Lebensabschnitt beginnt, gibt es in unserer Einrichtung einen sogenannten wöchentlichen Vorschultag. In der Zeit nach dem Freispiel am Vormittag gibt es für die 5- und 6-Jährigen ein besonderes Programm mit

  • Verschiedenen Arbeitsblättern (z.B. aus der „Wunderfitz Mappe“)
  • Konzentrationsübungen
  • besonderen Ausflügen, z.B. der Besuch eines Bauernhofs mit Übernachtung
  • nach Absprache einem Besuch der jeweiligen Grundschule mit Teilnahme an einer Schulstunde
  • selbständigem Gestalten einer Schultüte
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